Luftbildfotografie
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Hubert Harst
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Fahrt über Feldweg ist nichts dagegen

Wird die kleine Papiertüte zum Einsatz kommen?

Fenster auf und raus mit dem langen Objektivrohr. Bei etwa 200 Sachen bläst einem vor allem auf dem hinteren Sitz eine steife Brise ins Gesicht. Das vermittelt ein ganz eigenes Fluggefühl in einem Flieger, der innen nicht größer ist als ein Fiat 500 K

Fenster auf und raus mit dem langen Objektivrohr. Bei etwa 200 Sachen bläst einem vor allem auf dem hinteren Sitz eine steife Brise ins Gesicht. Das vermittelt ein ganz eigenes Fluggefühl in einem Flieger, der innen nicht größer ist als ein Fiat 500 Kombi. (Foto: Geisheimer)

Wa - Redakteur Roland Geisheimer hat es gewagt. Kurzerhand nimmt er das Angebot an und zwängt sich in eine kleine, fliegende Kiste, um sich die Welt von oben anzuschauen. Lesen Sie seine Reportage aus der Luft.

Erstes Ziel unseres Fluges ist der Duisburger Stadtteil Ruhrort. Nachdem der Pilot sich bei der Flugüberwachung des Düsseldorfer Flughafens angemeldet

Flughafen

und seinen Transponder im Cockpit mit den notwendigen Daten für den Düsseldorfer Radarmonitor gefüttert hat, öffnet Hubert Harst das Fenster und hält seine Mittelformatkamera hinaus. Ich nutze die Gunst der Stunde und tue das gleiche. Zwei Runden um den Stadtteil und die Fotos sind im Kasten.

Schnell bemerke ich, dass ein solch kleiner Flieger ein ganz anderes Flugverhalten besitzt als ein großes Passagierflugzeug. Jede thermische Veränderung macht sich durch ein auf und ab der Maschine bemerkbar. Eine Fahrt über einen Feldweg ist nichts dagegen. Langsam macht sich ein flaues Gefühl im Bauch bemerkbar. Wird die kleine Papiertüte, die neben den Sitzen baumelte, zum Einsatz kommen? Aber alle Befürchtungen verschwinden schnell, wenn der Blick über das sonnige Ruhrgebiet schweift.

Nach einem Flug entlang der Emscher steuert der Pilot noch zwei Großbaustellen im Essener Stadtgebiet an. Routinemäßig öffnet Hubert Harst das Flugzeugfenster und bannt die Objekte auf Film.

Nach zwei weiteren angeflogen Fotomotiven steuert der Pilot den Heimatflughafen in Marl wieder an. Der Landeanflug sorgt nochmals für bange Minuten, aber bevor man sich Gedanken über die Folgen einer misslungenen Landung machen kann, steht die Maschine sicher vor dem Hangar. Dass Luftbildflüge in geringer

Papiertüten

Höhe nicht ganz unproblematisch sind, gesteht mir der Pilot bei einer abschließenden Tasse Kaffee. Bei einer einmotorigen Maschine kann immer mal der Motor ausfallen und ist man dann zu niedrig über bebautem Gebiet, wird es schwierig zur nächsten Landebahn zu segeln.